23. Januar 2026

Agenda des neu aufgestellten FPMG

 

 

Zehn Punkte für unsere Fanszene, Borussia und den Fußball

Verein

100% Borussia: Investoren ausschließen

Ein Anteilsverkauf hat bei zahlreichen Vereinen nicht nur zu einem Verlust von Identität, sondern auch zu Chaos und Fremdeinmischung geführt. Das Ziel war stets ein Aufschließen zu den ,,Großen‘‘ und die Wettbewerbsfähigkeit für Europa, oftmals endeten diese Versuche jedoch in Liga 2. Borussia muss konsequent weiter nicht nur auf 50+1, sondern auf 100% Selbstbestimmung setzen.

(Finanzielle) Wettbewerbsfähigkeit und Identität zusammen denken

Nicht erst die jüngste Debatte um den Stadionnamen hat gezeigt, dass der Verein sich Gedanken machen muss, wie er sich für die Zukunft aufstellt – dass dies auch den finanziellen Bereich betrifft, ist auch jedem Fußballromantiker klar.

Gleichzeitig ist aber auch klar, dass man weder mit dieser Maßnahme noch mit anderen bereits gängigen Methoden – Fan-Anleihe, besagte Anteilsverkäufe an Externe, etc. – ein vermeintliches Rennen gegen die Branchengrößen oder England in Sachen Geld gewinnen wird. Es wird darauf ankommen, sich kreative und vom Einheitsbrei des Profifußballs abhebende Modelle zu überlegen, um Borussia für die Zukunft aufzustellen.

Borussia als Mitgliederverein

Die Diskussionen auf den Mitgliederversammlungen der letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass es einen zunehmenden Anspruch der Mitgliedschaft unseres Vereins gibt, aktive Mitsprache bei relevanten Entscheidungen haben zu können. Neben der Wahl der Aufsichtsratsmitglieder, für die die Mitglieder eine angemessene Zahl an Entscheidungsoptionen haben sollten, kommt eine entscheidende Rolle hier dem Ehrenrat zu. In diesem sollen künftig vermehrt Personen und damit Perspektiven vertreten sein, die nicht in einem beruflichen oder finanziellen Abhängigkeitsverhältnis zum Verein stehen.

 Fanpolitik

50+1 erhalten

Das Urteil des Bundeskartellamts hat die 50+1-Regel bestärkt und lediglich die bisher bestehenden Ausnahmen moniert. Borussia sollte sich als 100% eigenständiger Traditionsverein konsequent dafür einsetzen, dass die Regel beibehalten wird und etwaige Ausnahmen abgeschafft werden. Hierbei darf im Sinne des Fußballs keinerlei Rücksicht auf die bisherigen Ausnahmen genommen werden.

Videobeweis abschaffen

Sämtliche Neuerungen und Anpassungen der letzten Jahre führten nicht zu einer Verbesserung oder einer größeren Akzeptanz, sondern fortlaufend zu einer noch größeren Ablehnung des Videobeweises. Er vernichtet Emotionen, viele Fans erleben den Stadionbesuch als weniger intensiv im Vergleich zur Zeit vor dem VAR.

Die Zeit der Verschlimmbesserungen ist vorbei: Borussia soll sich im Rahmen der Mitwirkung in der Verbandsstrukturen für eine Abschaffung des VAR einsetzen.

Strafen zünden nicht – Verbandsstrafen abschaffen!

Die Strafen für vermeintliche Fanvergehen haben in den letzten Jahren absurde Höhen erreicht. Eben jene Strafen haben dabei nicht für weniger Pyrotechnik gesorgt, sondern lediglich die Vereine mehrbelastet. Zahlreiche Vereine haben sich daher bereits den Forderungen der Kampagne ,,Strafen zünden nicht!‘‘ angeschlossen, um eine Nivellierung des DFB-Strafenkatalogs zu erreichen – Borussia sollte sich diesen Bestrebungen anschließen.

Der Fußball ist sicher – Fankultur erhalten!

Die Proteste der deutschen Fanszenen Ende 2025 haben es klar formuliert: Der Fußball ist sicher, auch wenn populistische Töne aus der Politik anderes behaupten. Bestrebungen, die Räume der Fankultur nur noch mehr einzuschränken, muss klar entgegengetreten werden. Personalisierten Tickets, Kollektivstrafen, Stadionverboten mit der Gießkanne, KI-Überwachung und anderen Repressionen muss eine klare Absage erteilt werden. Die Fankultur in unseren Stadien ist ein hohes Gut, das unbedingt erhalten bleiben muss.

Fanszene

Einführung von Stehplätzen in der Südkurve

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Obergrenze von 30.000 Dauerkarten erreicht, über die Warteliste bekommen jedes Jahr nur wenige Fans die Möglichkeit zum Erwerb einer Dauerkarte. Gleichzeitig stehen in der Nordkurve zahlreiche Fans, die früher am Bökelberg bewusst auf der Ost standen, also außerhalb der Kurve, und nun lediglich mangels günstiger Alternativen in der Nord.

Ein Stehplatzblock im Süden des Stadions würde nicht nur die Kapazität erhöhen, sondern auch Fans eine Wechselmöglichkeit bieten, die weiter günstig stehen, aber dies nicht (mehr) aktiv in der Mitte der Kurve machen wollen. Das wiederum würde ermöglichen, dass Fans, die seit Jahren kaum die Chance auf eine Dauerkarte haben, diese endlich erhalten. Auch um jungen Generationen den Zugang zum Borussia-Park zu ermöglichen und neue Fans für Borussia zu gewinnen, ist das ein notwendiger Schritt.

Strengerer Umgang mit dem Privileg Stehplatz-Dauerkarte

Die oben beschriebene Dauerkartenknappheit steht im krassen Gegensatz zu den NoShow-Raten und der inflationären Nutzung des eigentlich positiven TicketZweitmarkts. Die NoShow-Rate ist seit der Einführung der Mindestquote vor gut einem Jahr zwar von einem hohen Niveau zurückgegangen, aber nach wie vor zu groß – bei einigen Spielen bleiben zigtausende (größtenteils Dauer-) Karten ungenutzt.

Viele Fans verkaufen ihre Dauerkarten zudem bei beinahe jedem Spiel über den Zweitmarkt und picken sich selbst nur die Rosinen raus – eine Dauerkarte, insbesondere im begehrten Stehplatzbereich, verfehlt aber ihren Sinn, wenn man sich nur die Spiele gegen Bayern, Köln und Dortmund anguckt, während man sie sonst stets verkauft. Dieses Extrembeispiel ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern kommt tatsächlich in einem hohen Ausmaß vor.

Die Mindestquote an besuchten Spielen soll daher für alle Bereiche erhöht, Zweitmarktnutzungen nicht mehr als Eigennutzung angerechnet und die Zweitmarktnutzung für die zentralen Blöcke 15/16/17 ganz gesperrt werden – wer hier steht, sollte so gut in der Fanszene vernetzt sein, dass er seine Karten an andere aktive Borussen weitergeben kann.

Schaffung eines Fanszenerats & bessere Kommunikation

Der Generationenwechsel im Vorstand des FPMG Supporters Club als Interessensvertretung der Fanszene hat einerseits zur Folge, dass die in den letzten Jahren aktivsten Kreise nun auch ihren Einfluss im Dachverband geltend machen und einbringen. Gleichzeitig wird die Breite unserer Fanszene mit all‘ ihrer Heterogenität nicht mehr in dem Maße abgebildet, wie wir selbst uns das vorstellen.

Um den Anforderungen eines aktiven und schlagkräftigen Vorstands einerseits und eben jener Einbindung der Breite unserer Fanszene andererseits zu begegnen, werden wir im Jahr 2026 einen Fanszenerat ins Leben rufen, der dem Vorstand beratend zur Seite stehen und die unterschiedlichen Perspektiven der Fanszene stärker einbinden soll. Darüber hinaus sollen in Zukunft vermehrt Themenabende & Diskussionen im FanHaus stattfinden, um den persönlichen Austausch statt anonymer Internetschreiberei zu fördern.