Alle Jahre wieder

...fahren wir zur Anfield Road.


Am Abend des 25.12 war es wieder so weit: Ein voll besetzter FPMG-Bus machte sich auf den Weg Richtung Liverpool. Zum 25. Mal in Folge besuchten Fans unserer Borussia im Verbund ein Spiel der „Reds“. Hier ein kleiner Nachbericht zur Tour:

 

Treffpunkt für unseren Tross war der Parkplatz P1 am Borussiapark, von wo aus es los ging Richtung Mersey, um am Boxingday das Spiel zwischen dem Liverpool FC und Swansea City zu verfolgen. Wie bereits im letzten Jahr gelangte unsere Reisegruppe mit dem Zug durch den Eurotunnel auf die Insel. Zumindest für den Verfasser dieser Zeilen eine neue Erfahrung, da er seine bisherigen Touren immer mit der Fähre bestritten hatte. Viel mehr gibt es zu unserer Anreise nicht zu erzählen, sie verlief wie viele Auswärtstouren:

Einsteigen - Bier trinken - schlafen - Frühstücken - Bier trinken - Ankunft an der Mersey.

Am Hotel angekommen wurde schnell eingecheckt, das Zimmer bezogen und ein Treffpunkt in der Lobby ausgemacht. Um 12.10 Ortszeit ging es dann für mich und ein paar andere Jungs aus dem Bus los, um die Innenstadt ein wenig zu erkunden. Nach einem kurzen Fußmarsch von nicht einmal 10 Minuten standen wir mitten im Herzen von Liverpools Innenstadt. Für jeden, der gerne shoppen geht, ein echtes Paradies, welches zwischen Weihnachten und Neujahr mit Rabatten um sich schmeißt. Den Angeboten getrotzt ging es nach einem kurzen Stadtbummel zurück zum Hotel, um von dort aus ein Taxi zur Anfield Road zu nehmen. Dort angekommen standen wir direkt vor einer der berühmtesten Kurven dieser Welt, der Kop. Nachdem die ersten Fotos geschossen wurden, ging es weiter zum offiziellen Treffpunkt unserer Reisegruppe, dem Pub „The Albert“. Dieser liegt ca. 50 Meter links von der Kop. Kaum hatten wir den Pub betreten, wurde schnell das erste Pint geordert und ein Foto mit George Sephton gemacht. George Sephton ist seit 1971 der Stadionsprecher der „Reds“, er ist „The Voice of Anfield“, eine echte Legende.


Gegen 17:00 Uhr Ortszeit machte man sich dann auf Richtung Blockeingang, schließlich begann das Spiel in einer halben Stunde. Wir betraten den Block, der sich im Unterrang des Stadions befand. Für mich eine neue Sicht auf das Spielfeld, da ich bei meinen letzten beiden Besuchen in Anfield immer Karten für den Oberrang hatte. Ich muss sagen, die Sicht war echt klasse, allerdings war der Sitzkomfort das genaue Gegenteil. So fühlt sich also eine Presswurst. Dann ging es endlich los. Die Mannschaften betraten das Spielfeld und im Stadion wurde es still. Alle erhoben sich von den Sitzen und es ertönte eines der bekanntesten, wenn nicht sogar das bekannteste Fußballlied der Welt:

You‘ll never walk alone.

Man hat wirklich Gänsehaut am gesamten Körper. Ehrlich gesagt, nur diese Version ist die richtige und sie sollte auch nur genau hier und in Glasgow gespielt werden. Sorry an die kleine Schwester aus dem Pott. Das Spiel ging perfekt los: Bereits nach 6 Minuten gingen die Gastgeber durch ein schön anzuschauendes Tor von Coutinho in Führung. Viel mehr gibt es dann jedoch nicht zu berichten aus Hälfte 1. Liverpool hatte den Gegner kontrolliert, drängte aber nicht entscheidend auf den nächsten Treffer. Schade!


In der Halbzeitpause dann das nächste Highlight der Tour: Sofort nachdem der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hatte, ertönte „Die Elf vom Niederrhein“ aus den Boxen der Anfield Road. Sehr geil, danke dafür! Der Gesang 50 angereister Gladbacher muß die umliegenden Fans mächtig beeindruckt haben -  wir bekamen im Anschluss jedenfalls standing ovations. Während dessen muss Kloppo seinen Jungs noch mal erklärt haben, wie man Tore schießt. In der zweiten Hälfte erwartete uns nämlich ein Torfestival, und die „Reds“ gewannen 5:0. Sauber Jungs! Aber wie feiert man einen solchen Sieg gebührend? Richtig, man feiert ausgelassen in den Kneipen der Stadt. Der „Place to be“ heißt in Liverpool jedoch nicht „Alter Markt“, sondern „Mathew Street“. Für mich endete der Abend im „McCooley‘s“, von wo aus ich gegen 02:44 Uhr zum Hotel „gegangen“ bin. Schöne Stadt, auch im Dunkeln.

Tag 2 stand an und mit ihm gleich zwei, für unsere Gruppe organisierte, Führungen. Nachdem also nun doch noch der ein oder andere „SALE“ in Anspruch genommen wurde, fuhren wir alle gemeinsam erneut mit dem Bus zur Anfield Road, um an einer Stadiontour teil zunehmen. Ein wirklich tolles Stadion mit Liebe zum Detail. Man merkt sofort, dass hier jeder vermittelt bekommen soll, was es heißt, ein „Red“ zu sein. Überall hängen Fahnen, Bilder, Gemälde und Zitate über die glorreichen Zeiten des Vereins. Hierzu zählt natürlich auch das Finale von 1977 gegen unsere geliebte Borussia. Nach gut 90 Minuten Rundgang und einem Abstecher in den Fanshop - manche haben hier sicherlich die letzten fehlenden Pence für den Transfer von Virgil van Dijk in die Kassen gespült - ging es zurück zum Bus. Die zweite Führung des Tages stand an: Eine Pubtour durch die Stadt, geleitet von Graham.

Liverpool hat über 300 Pubs. Es wird also eine lange Tour werden, dachte ich mir, weshalb es wahrscheinlich bei einem Bier pro Pub bleiben wird. Wir starten im ehemaligen Gentlemens Club „The Philharmonic“, einem wirklich wunderschönen Pub, in welchem man auch gerne ein paar Pint mehr trinken kann. Um niemandem das Interesse an dieser Tour zu nehmen, möchte ich nicht noch mehr Pubs erwähnen. Aber es lohnt sich ganz bestimmt! Es ist sicherlich nicht übertrieben hier zu sagen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt, und auch John Lennon hatte seinen Stammpub.

Als Abschluss der Tour gab es dann noch ein Bierchen in der Hotellobby, wo die erlebten Momente mit den anderen Reisenden geteilt wurden. Ein wirklich tolles Ende einer noch besseren Tour zu unseren Freunden an der Mersey. Man sagt immer „Aller guten Dinge sind drei“, aber ich bin mir sicher, es war nicht mein letzter Besuch in Liverpool, und auch die nächsten Touren werden mindestens genau so gut.

In diesem Sinne: alles Gute in 2018!
You‘ll never walk alone!