Position des FPMG zu Vorschlägen der DFL für eine Teileröffnung der Stadien zur neuen Saison

Gestern ließ die DFL verkünden, sie plane je nach Entwicklung der Coronavirus-Pandemie mit einer schrittweisen Zulassung von Zuschauern. Das Konzept „Re-Start 2“ beschäftigt sich mit dem Beginn und dem Ablauf der Saison 2020/21. Das FPMG begrüßt die Pläne und bezieht Stellung dazu.



„Re-Start 2“ modifiziert das erste Konzept vom März diesen Jahres, das neben der Quarantäne der Spieler maximal 300 Personen im Stadion vorsieht. Die DFL kommt zu der Erkenntnis, dass das bestehende Konzept nicht dauerhaft auf die neue Saison übertragen werden kann, hält sich bezüglich der Zulassung von Zuschauer sowohl bei konkreten Zahlen als auch den Zeitpunkten allerdings bewusst bedeckt.

Von Anfang an hat sich der FPMG Supporters Club gegen Geisterspiele ausgesprochen. Jede Teilöffnung ist daher ein Schritt in die richtige Richtung. Sie kann aber eben lediglich ein Zwischenschritt sein, den man notgedrungen ertragen muss. Grundsätzlich sollen so schnell wie möglich so viele Fans wie möglich wieder zurück ins Stadion können, und zwar unter Einhaltung aller gebotenen Hygieneregeln!  Unser zentrales Ziel bleibt die möglichst frühzeitige Öffnung der Stadien für alle, das so schnell wie verantwortbar umgesetzt werden soll.

Die Situation rund um das Virus SARS-CoV-2 ist nicht komplett entschärft, und wir erkennen, dass ein “Zurück zur Normalität” noch nicht gegeben ist. Aber: Wir sind mittlerweile weiter als noch Mitte März. So ist die pandemische Situation derzeit einigermaßen unter Kontrolle. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vermeidung von sogenannten Superereignissen, die mit Disziplin vermeidbar sind. Die Krankenhäuser wurden aufgerüstet. Es gibt klare Hygiene- und Abstandsregeln, die unverändert einzuhalten sind. Die Lockerungen der Maßnahmen haben nicht zu einer “Zweiten Welle” geführt.

Daher sind die Überlegungen zu einem “Zurück”, zumindest von Teilen der Fans, sehr zu begrüßen. Wenige Fans bringen einfach mehr Unterstützung als gar keine Fans. Am vergangenen Sonntag hat man das beispielsweise beim Heimspiel von Union.Berlin gegen Schalke gesehen, bei dem sich wenige Fans hinter der Heimkurve der Alten Försterei aufhielten. Die theoretische Möglichkeit wenigstens des partiellen Stadionbesuchs bedeutet für den Fan nicht mehr den Komplettausschluss und für die Vereine die Wiederschöpfung ihrer Fanpotentiale. Die Entwicklung geht dadurch zurück hin zur wahren Stärke der Vereine, die eben weit mehr ist als die Addition der fußballerischen Fähigkeiten ihrer Akteure auf dem Platz. Was dem DFL Konzept bislang fehlt, ist die Möglichkeit des Besuchs von Auswärtsspielen. Diese sollte dringend erörtert werden. Denn Auswärtsfans gehören genauso zu einem Spiel wie die Unterstützer der Heimmannschaft, im BORUSSIA-PARK wie in allen anderen Stadien.

Das FPMG wird das Gespräch mit Borussia suchen, um seine Position darzustellen und gemeinsam Wege zu finden, damit so viele Fans wie möglich wieder ins Stadion können. Dabei spricht sich das FPMG klar für eine Bevorzugung der Dauerkarteninhaber aus, die als Kern der Fanszene anzusehen sind und durch ihre Treue einen größeren Anspruch auf die Wiederkehr ins Stadion haben als Gelegenheitsbesucher. Das FPMG bietet sich als Partner zur Entwicklung eines “Hygiene- und Gesundheitskonzeptes” und vor allem als Transporteur dieser Vorschriften in die aktive Fanszene hinein an.

Mittelfristig verfolgt das FPMG ein weiteres Ziel. Denn die Coronakrise offenbarte für jedermann sichtbar eine gravierende Schwäche des aktuellen Systems Fußball: die finanzielle Abhängigkeit der Vereine von den Zahlungen der Fernsehanstalten. Diese gilt es zu minimieren und echte Alternativmodelle zu entwickeln. Klare Marschrichtung dabei: die Beibehaltung der “50+1”- Regelung.