Frohes Neues

„Frohes Neues!“ wünschen sich die Tage wieder eingefleischte Borussen und meinen damit den Saisonstart. Denn nicht der 1.1. markiert für sie den Beginn ihrer neuen Zeitrechnung, sondern das erste Pflichtspiel der Borussia im Juli/August.

 


„Auf ein Neues!“ konnte man auch in den Raum werfen, denn mit dem Wechsel auf der Trainerbank scheint auch ein frischer Wind im BORUSSIA-PARK zu wehen. Eine gewisse Aufbruchsstimmung macht sich breit. Nun wird Marco Rose das Rad nicht neu erfinden, denn das bewährte Gerüst der Mannschaft bleibt erhalten. Doch Neueinkäufe für auf und auch neben dem Rasen, neue Schwerpunkte bei den Trainingseinheiten, eine andere Ansprache und eine andere Idee vom Spiel lassen eben eine andere Borussia erwarten als die, die wir insbesondere unter Favre, Schubert und Hecking erleben durften. Gleich bei der ersten Pressekonferenz anlässlich seiner Vorstellung hat Marco Rose klar gemacht, worauf es ihm ankommt, was sich unter seiner Regie ändern wird und was nicht. Geduld in der Phase der Umstellung forderte er dabei ein und traf sogleich den richtigen Punkt: Ergebnisse sind wichtig, doch egal, ob es gut läuft oder mal schlecht, die Körpersprache ist wichtig und das Gefühl, die Elf auf dem Platz hat alles gegeben.


Seine charmante Art erzeugte auf der gestrigen Pressekonferenz zum Pokalspiel in Sandhausen einige Schmunzler unter den anwesenden Pressevertretern. Gerne spricht er nämlich frei von der Leber weg, ganz ohne Protz und auch nicht in der Absicht, zu viele Erwartungen zu wecken. Nein, er ist in dem Moment einfach davon überzeugt und spricht spontan und ohne Schnörkel aus, was er gerade denkt, etwa auf die Frage nach seiner Einschätzung zu Alassane Plea. „Lasso, also Alassane, ist ein Topspieler für mich. Ich bin schwer angetan, weil er einfach eine Abschlussqualität hat, die ich so oft noch nicht gesehen habe… Wenn er am 16er an den Ball und zum Schuss kommt, dann darf man sich schon mal fertig machen zum Jubeln.“ Auf die Frage, ob er keine innere Bremse habe, antwortete er: „Doch, die habe ich schon, aber die ist meistens aus.“ Gleichwohl antizipiert er im gleichen Moment, dass man ihm aus einer Aussage auch einen Strick drehen könnte und stellt die Dinge noch einmal ins rechte Licht. „Darf ich da noch mal kurz einhaken? Denn das klingt mir so nach Headline. Ich habe nicht gesagt: Ich will Pokalgeschichte schreiben. Sondern ich habe gesagt: Wir wollen in dieser Saison unsere eigene Pokalgeschichte schreiben.“ Bemerkenswert!


In seinem ersten Pflichtspiel als Chefcoach der Borussia geht es morgen also ins kurpfälzische Sandhausen, das seinen Namen tatsächlich den Dünen der nahegelegenen Sandlandschaft zu verdanken hat. Als Tabellenfünfzehnter der letzten Zweitligasaison ist der Sportverein 1916 Sandhausen e. V. von der Platzierung her gesehen der schwerste Gegner, dem Borussia aus Topf 2 zugelost werden konnte. Aber auch so ist Borussia gewarnt: Immerhin erreichte der SV Sandhausen bislang bereits 2x das Achtelfinale des DFB-Pokals und 1x das Viertelfinale, und zwar in der Saison 1985/86. Auch in der Saison 1995/96 sorgte er im selben Wettbewerb für eine Überraschung, als er im längsten Elfmeterschießen (13:12) der Pokalgeschichte den VfB Stuttgart herauswarf.


Das heimische Hardtwaldstadion, das ausverkauft 15.414 Zuschauer fasst, hat also schon einiges erlebt. Knapp die Hälfte der Zuschauer werden morgen vermutlich ein Herz haben, das für die Borussia schlägt. Das FPMG ist wie immer mit dem InfoMobil vor Ort. Bitte beachtet die Infos der Fanbeauftragten Borussias! Allen Fans wünsche wir eine gute Anreise an den Hardtwald!


Übrigens, es gibt mindestens 3 Gemeinsamkeiten zwischen den Vereinen: der Ausrüster ist ne schwarze Katze, die Vereinsfarben schwarz und weiß, und beide wurden an einem 1. August gegründet, Borussia jedoch 16 Jahre früher. Hoffen wir mal, dass Borussia es sein wird, die sich ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk macht. In diesem Sinne: „Auf ein Frohes Neues!“